Menu
Förderung von ehrenamtlichem Engagement: Junge Handwerker in Tansania
Förderung von ehrenamtlichem Engagement: Junge Handwerker in Tansania

Junge Handwerker in Tansania

Förderung von ehrenamtlichem Engagement: Nach vier Wochen in Hitze und Trockenheit kehrten acht junge Metallbauer und ihre Begleiter von einem ehrenamtlichen Einsatz aus Tansania zurück. 

Die jungen Handwerker waren im Rahmen des Programms „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“ der Landesregierung NRW nach Tansania gereist, um beim Aufbau eines Ausbildungszentrums für benachteiligte Jugendliche mitzuwirken. Zu den Teilnehmern gehörten mit Serkan Genc, Alexander Jahn, Julian Schulze Osthoff und Christopher Spahn auch vier Auszubildende von Münstermann.

Das Projekt

Die Projektreise unter der Regie des Freundeskreise Bagamoyo e.V. und mit Unterstützung der Handwerkskammer Münster sowie durch „Engagement Global“ führte in die Nähe des Dorfes Mlandizi, ca. 60 km entfernt von Dar es Salaam. Bisher ist dort unter dem Namen „Cor Ardens Mlandizi“ (CAM) eine Farm entstanden, die die späteren Bewohner ernähren soll. Nun wurde mit dem Aufbau einer Metallwerkstatt begonnen.

Die nötigen Maschinen dazu, Spenden von deutschen Firmen, befinden sich seit einigen Wochen in einem Container im Hafen von Dar es Salaam. Die Stiftung „Paulchen Esperanze“ und das Schulungs- und Servicezentrum Vest in Recklinghausen hatten den Container auf den Weg gebracht.

Volles Programm

Für die acht jungen Handwerker gab es genug zu tun. Unter der Anleitung von Metallbaumeister Joseph Frye aus Ascheberg und Elektroingenieur Andreas Linnemann wurden diverse Maschinen und Geräte, von der Schubkarre bis zum Radlader, repariert und auch beim Aufbau der Werkstatt wurde kräftig Hand angelegt. Aus Sicherheitsgründen musste um den Werkstattkomplex ein Zaun errichtet werden, und die neun Wachhunde, die nachts auf dem Gelände umherstreifen, brauchten dringend einen größeren Zwinger.

Außerdem musste infolge der diesjährigen extremen Trockenheit das Wasser zur Mörtelherstellung ebenso wie Grünfutter für Ziegen und Kühe mit dem LKW von weither geholt werden. Auch dabei legten die jungen Handwerker mit Hand an. Immerhin brachte jede Tätigkeit neue Erfahrungen und interessante Kontakte mit sich.

Nicht nur Arbeit

Der vierwöchige Einsatz war unterbrochen von interessanten Wochenend-Unternehmungen: Am ersten Wochenende ging es nach Bagamoyo an den ehemaligen Verwaltungssitz der deutschen Kolonie Ost-Afrika. Da Bagamoyo am indischen Ozean liegt, war neben der Beschäftigung mit der Kolonialgeschichte auch ein Bad im Meer angesagt. Die Temperaturen, am Tag über 35 Grad, sanken auch in der Nacht in der Regel nicht unter 30 Grad.

Zitate zum Projekt

Dirk Münstermann, Koordinator Ausbildung bei Münstermann

Klar, erstmal haben wir keinen Mehrwert, schließlich müssen wir unsere Auszubildenden weiter bezahlen. Aber auf lange Sicht geht es darum, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihren Horizont zu erweitern. Wir glauben, dass das sehr wohl einen großen Wert hat, gerade auch für unser Unternehmen.

Julian Schulze Osthoff, Ausbildung Metallbauer

Ich wusste nicht, ob ich die Reise antreten sollte, aber im Nachhinein kann ich das nur jedem empfehlen. Wir haben schon richtig malocht. Man hat uns gesagt, dass sich viele Tansanier Deutsche bislang nur im Büro und im Anzug, nicht aber dreckig von der Arbeit vorstellen konnten.

Christopher Spahn, Ausbildung Metallbauer

Ich kann nur froh sein, diese außergewöhnliche Chance bekommen zu haben. Eine fremde Kultur hautnah kennen zu lernen, ist eine einzigartige Erfahrung mit interessanten Kontakten, die mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird. Auf den Punkt gebracht: einmalige Sache das!